Gedenken an NS-Opfer mit vier neuen Stolpersteinen in Pankow

26.09.2016

Würdigung der Schicksale von jüdischen Mitbürgern während der NS-Zeit

Der Künstler und Erfinder der Stolpersteine, Gunter Demnig, hat letzten Samstag im feierlichen Rahmen vier Stolpersteine vor der GESOBAU-Wohnanlage Pankower Gärten in Niederschönhausen verlegt. Die Stolpersteine wurden in der Dietzgenstraße 20 für Mitglieder der Familie Jacobsohn verlegt.

Die Eheleute Siegfried und Cäcilie Jacobsohn lebten zusammen mit ihren drei Kindern in der Dietzgenstraße 20, bis sie um 1940 unter Zwang das Haus räumen und zu Verwandten nach Berlin-Schöneberg ziehen mussten. 1941/ 1942 wurde die Familie deportiert und ermordet. Eines der Kinder wanderte frühzeitig nach Israel aus und entkam dadurch der Deportation.

Die Stolpersteine sind Gedenksteine und erinnern an das Schicksal der Menschen, die Opfer des NS-Terrors wurden. Sie werden meist im Hauseingangsbereich eingelassen und bringen die Erinnerung an die Ermordeten zu jenen Orten zurück, wo diese zuletzt freiwillig gelebt haben. Auf den Steinen sind Name, Geburtsjahr und Angaben zum weiteren Schicksal des Opfers eingraviert, um den NS-Opfern, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben.

Die Verlegung fand in Anwesenheit von Dr. Torsten Kühne, Pankower Bezirksstadtrat für Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice; Pfarrer Karsten Minkner, Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Niederschönhausen und Vertretern der Familie Jacobsohn sowie der Stolpersteingruppe Pankow und der GESOBAU statt.

Die Verlegung der Stolpersteine wurde durch die Stolpersteingruppe Pankow, die GESOBAU und den Bezirk Pankow unterstützt.

GESOBAU AG: Pankower Gärten Stolpersteinverleguung

Die Steine in Gedenken an die Familie Jakobsohn in den Pankower Gärten